Die Geschichte der spanischen Weihnachtslotterie
Die Lotería de Navidad ist die älteste noch laufende Lotterie der Welt. Ihre erste Ziehung fand am 18. Dezember 1812 in Cádiz statt – mitten im spanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die napoleonischen Truppen. Ziel war damals, Geld für die Staatskasse zu beschaffen, ohne die Bürger zusätzlich zu besteuern. Die Idee stammte vom Minister Ciriaco González Carvajal.
Von 1812 zur größten Lotterie der Welt
In den ersten Jahrzehnten war die Ziehung eine schlichte Geldbeschaffung ohne besonderen Weihnachtsbezug. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sie sich als Weihnachtsziehung; die Ausgabe von 1892 gilt als erster offizieller „Sorteo de Navidad“. Über zwei Jahrhunderte wuchs sie zu einem nationalen Ereignis – heute nimmt ein Großteil der spanischen Bevölkerung teil.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1812 | Erste Ziehung in Cádiz |
| 1892 | Erstmals offiziell als „Sorteo de Navidad“ |
| Bürgerkrieg (1938) | Getrennte Ziehungen in beiden Kriegsgebieten |
| 20. Jahrhundert | „El Gordo“ wird zum festen Begriff für den Hauptgewinn |
| ab den 1950ern | Übertragung in Radio und später im Fernsehen |
Einzelne Jahreszahlen werden in historischen Quellen leicht unterschiedlich angegeben.
Die singenden Kinder als Konstante
Ein Element ist über all die Jahre nahezu unverändert geblieben: Die Gewinnzahlen werden von Kindern gesungen. Diese Aufgabe übernehmen traditionell Schülerinnen und Schüler der Madrider San-Ildefonso-Schule – ursprünglich eine Einrichtung für Waisenkinder. Mehr dazu: → San Ildefonso: die singenden Kinder.
Warum die Tradition bis heute hält
Drei Dinge machen El Gordo besonders: die gesungene Ziehung durch die Kinder von San Ildefonso, der Kult-Werbespot jedes Jahr (→ El Gordo Werbespot) und die Idee des Teilens – viele Spanier spielen in Gemeinschaften und verschenken Losanteile (→ Spielgemeinschaften).
Wie die Lotterie heute funktioniert, erklärt die → Spanische Weihnachtslotterie El Gordo.
